Ausgabe Nr. 2 / 2022

Geländestabilisierungen und Aufforstungen

Liebe Leserin, lieber Leser

Gut gelungene ingenieurbiologische Hangsicherungen werden mit standortsagepassten Pflanzen ausgeführt und zeichnen sich durch nachhaltige Wirkung aus. Idealerweise fügen sie sich so gut in die Landschaft ein, dass sie mit der Zeit nicht mehr zu erkennen sind. Nicht selten geraten so mit grossem Aufwand und viel Engagement sanierte Gebiete in Vergessenheit. Damit gehen leider auch die Erfahrungen zu mehr oder weniger erfolgreichen Konzepten und Massnahmen verloren. Über längere Zeit gut dokumentierte Beispiele von technisch-biologischen kombinierten Hangsicherungen sind deshalb wertvoll.

Im vorliegenden Heft wird die Entwicklung einiger ausgewählter ingenieurbiologisch verbauter Gebiete vorgestellt. Den Anfang machen die Brienzer Wildbäche. Deren Einzugsgebiete werden seit mehr als 125 Jahren technisch und biologisch verbaut und grosse Flächen sind inzwischen aufgeforstet. Die Gefahr von Überschwemmungen und Übermurungen in den Siedlungsgebieten konnte dadurch deutlich reduziert werden. Eine lange Verbaugeschichte ist auch für zwei Gebiete im Kanton Nidwalden bekannt – und zwar für die Buochserrübi bei Buochs und für die Hexen- und Schwandrübi bei Dallenwil. In diesen beiden Gebieten wurden, ausgehend vom technischen Verbau der Gerinne, ebenfalls während mehrerer Jahrzehnte umfangreiche ingenieurbiologische Massnahmen mit Erfolg ausgeführt. In einem weiteren Beitrag werden Stabilisierugsmassnahmen und Forschungsarbeiten im Arieschbach, einem Erosions- und Rutschgebiet bei Fideris GR, vorgestellt. Besonderes Augenmerk kommt dabei dem Einsatz von Mykorrhiza im ingenieurbiologischen Hangverbau zugute. Der letzte Beitrag des Heftes befasst sich mit der Zustandsentwicklung einer Wildbach-Sperrentreppe aus Rundholz in Hergiswil NW, bei welcher wir seit bald 25 Jahren periodisch Erhebungen zum Werkzustand durchführen.

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame und spannende Lektüre.

Christian Rickli