Ausgabe Nr. 3 / 2026

Hochlagenbegrünung damals und heute

Hochlagenbegrünungen zu machen heisst, eine neue Vegetationsstufe kennen lernen. Was auf 600 Höhenmeter wichtige Voraussetzungen sind, sind auf 2000 m über Meer nur noch Nebenschauplätze. Für eine neue Begrünung in den Hochlagen gibt es einige Grundregeln. Oberboden auf dieser Meereshöhe ist ein kostbares und rares Gut und soll auch so behandelt werden. Die Oberflächenerosion in der alpinen Region ist nicht nur Wasser in jeglicher Form, sondern auch der Wind. Saatgut, Pflanzenteile und Jungpflanzen, die für einen Wiederbegrünung gebraucht werden, müssen aus dieser Höhenlage stammen und vermehrt werden. Die Wahl der Ansaat- und Pflanzmethode, der Schutz vor Erosion und der Zeitpunkt der Anwendung sind für einen Erfolg wichtig. Es sei hier nur die Schlafsaat erwähnt. Für alle Eingriffe und Arbeiten müssen sie den Unterländer Zeitfaktor mindestens verdoppeln. Das ganze Umfeld Hochlagenbegrünung ist in den letzten 30 Jahren beobachtet und wissenschaftlich begleitet worden. Die Erfahrungswerte sind hoch und die Resultate sind bekannt. Die Arbeitsgruppe für Hochlagenbegrünung des Vereins für Ingenieurbiologie hat daraus Richtlinien erarbeitet. Fragen Sie die Mitglieder oder brauchen sie die Richtlinien zu Unterstützung und Wegleitung. Fachfirmen helfen gerne, Begrünungen und Widerinstandstellungen in den Hochlagen zu realisieren. Sie verstehen sich auf diese Herausforderungen und haben auch die richtigen Antworten. Die Erwärmung des alpinen Raums ist für die Vegetation eine Prüfung. Hat sie genug Pionierfähigkeit höher zu steigen und die neuen Regionen zu erobern? Haben wir Menschen die Pionierfähigkeit den alpinen Raum zu erhalten? Wir erfahren, lernen und arbeiten.

Diese Ausgabe von Ingenieurbiologie zum Thema Hochlagen zeigt in verschiedenen Artikeln alte und jüngere Begrünungsmassnahmen auf und was wir daraus lernen können.

Urs Müller
Gründungsmitglied Arbeitsgruppe für Hochlagenbegrünung