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Verein für Ingenieurbiologie
 

Ausgabe Nr. 4 / 2016

Gewässerunterhalt und Risiko

Dass unsere Infrastruktur unterhalten werden muss, ist eine Binsenwahrheit. Sie trifft auch auf die Gewässer zu. Hier sind die Aufgaben vielleicht sogar noch vielfältiger als bei einem Wasserleitungsnetz, einer Strasse oder einer Kanalisation. Bäche und Gewässerräume müssen gepflegt (wie?), Schäden müssen repariert werden (was ist ein Schaden, was eine erwünschte eigendynamische Gewässerentwicklung?). Die Bauwerke brauchen Unterhalt und gelegentlich Ersatz. Ein klarer Fall für eine vorausschauende und gut organisierte Arbeits- und Finanzplanung also. Die Beiträge im vorliegenden Heft sollen uns helfen, zum Nutzen unserer Fliessgewässer und ihrer Bewohner im Dschungel der möglichen Pflege- und Unterhaltsmöglichkeiten einen guten umsetzbaren Weg zu finden und auch bezüglich der dabei anfallenden Kosten den Überblick zu gewinnen. Simon Wegmann zeigt uns in seinem Artikel eine Möglichkeit, den Gewässerunterhalt langfristig und systematisch anzugehen. Voraussetzung für eine sinnvolle langfristige Unterhaltsplanung ist die Kenntnis des Gewässerzustandes und dessen laufende Überwachung. Ursula Loritz, Mirja Lagerström und Franz Günter Kari haben grosse Erfahrung im Unterhalt von Stadtbächen. In ihrem Beitrag erleben wir, dass in der Stadt der Gewässerunterhalt anders abläuft als bei einem Wiesenbach auf dem Lande. Der Bachwart nimmt uns nämlich auf einen Rundgang mit und lässt uns so die Anforderungen der Nutzer und der Verwaltung an die Sicherheit, die Ökologie und die angebotenen Erholungsmöglichkeiten, und wie sie gemeistert werden können, hautnah miterleben. Ein wirkungsvoller Gewässerunterhalt ist nicht gratis zu haben. Die Kosten werden massgeblich geprägt von den Arbeiten, die ausgeführt werden sollen. Und hier gibt es bei jedem Bach jeweils viele Möglichkeiten. Auch „nichts machen“ kann eine Option sein. Ueli Harder kennt diese Möglichkeiten und ist einer der wenigen, die wissen, was der Gewässerunterhalt genau kostet. In seinem Beitrag zeigt er uns die wichtigsten Pflege- und Unterhaltsmassnahmen und verrät uns die Marktpreise. Invasive Neophyten sind seit Jahren ein Thema in aller Munde. Wie gross das Risiko ist, das von diesen Pflanzen ausgeht, wird zuweilen heiss diskutiert. Severin Schwendener klärt in seinem Projekt ab, ob es überhaupt möglich ist, ein Gewässereinzugsgebiet ausreichend neophytenfrei hinzubekommen. In den kommenden 4 Jahren wird an der Reppisch getestet, wie eine solche Arbeit durchgeführt werden kann und welche Ergebnisse möglich sind. Eine wichtige Frage ist auch, ob die Neophyten anschliessend im Rahmen des „normalen“ Unterhalts in Schach gehalten werden können. Der Autor zeigt uns, wie weit das Projekt gediehen ist und wie es damit weiter geht. Risiko geht nicht nur von invasiven Neophyten aus. Eine Hauptaufgabe der Gewässerverantwortlichen ist der Hochwasserschutz. Wie Risikoprofis mit diesem Aspekt umgehen, zeigen uns Ralph Brändle und Rolf Bart. Sie haben für den Kanton St. Gallen eine Risikokarte erstellt. In ihrem Beitrag erläutern sie, was hinter dieser Karte steckt und für was man sie (und die Begleiterkenntnisse) nutzen kann. Vertieftes Wissen zum Thema Risiko braucht jeder Wasserbauer, jede Wasserbauerin. Dieses Thema wird in Zukunft wesentlich an Bedeutung gewinnen. Dieser Beitrag ermöglicht uns einen Einstieg in die komplexe Materie.
Titelblatt Heft Nr. 4 / 16
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