Ausgabe Nr. 4 / 2019


SANIERUNG VON SCHUTZBAUTEN

Die Zahl der Schutzbauten in den Gewässern liegt allein im Kanton Luzern bei rund hunderttausend. Schweizweit dürften es Millionen sein. Sie werden alt und älter, und irgendeinmal gewährleisten sie den Schutz nicht mehr, den wir von ihnen erwarten. Sanieren? Auflassen? Durch andere Systeme ersetzen? Aber auch: Wann? Welche und in welcher Reihenfolge? Und: Was kostet das Ganze?

Diese Fragen werden uns künftig wohl vermehrt beschäftigen.

Im ersten Artikel beleuchten Eva Gertsch-Gautschi und Adrian Schertenleib die Sicht des Bundes auf diesen Fragenkreis. Als wesentlicher Beitragszahler ist der Bund von diesen Fragen ganz besonders betroffen. Doch auch die Kantone handeln vorausschauend: Luzern ist seit 2 Jahren daran, sein selbst entwickeltes Instrument «Erhaltungsmanagement» mit Daten aus seinen Gewässern zu speisen und sich so einen Überblick über Notwendigkeit, Zustand und erforderliche Bewirtschaftung seiner Schutzbauten zu verschaffen. Marco Achermann und Roland Stalder zeigen uns, wie dieses Instrument funktioniert und wie es eingesetzt wird. Einen Blick über den Zaun ermöglichen uns Catherine Berger mit ihren MitautorInnen: Wie mit Schutzsystemen langfristig umgegangen werden soll, überlegt man sich auch in anderen Ländern. In ihrem Artikel erfahren wir, welchen Ansatz man in Bayern entwickelt und verfolgt. Josef Berwert-Lopes, Beat Ettlin und Sonja Zgraggen konfrontieren uns mit praktischen Fragen, die sich der Bearbeiterin, dem Bearbeiter bei der Arbeit ganz konkret stellen. Sie nehmen uns in einen Wildbach mit und stellen uns vor die Frage, ob diese morsche Holzsperre, dieser zerrissene Betonabsturz dringend oder nur gelegentlich ersetzt werden muss. Und wie man das entscheidet. Fragen dieser Art stellen sich nicht nur in Wildbächen, sondern auch in Mittellandflüssen. Simone Messner stellt uns in ihrem Artikel vor, wie der Kanton Zürich mit den langsam zerfallenden Bauwerken in der Töss umgeht. Sie zeigt, wie dabei auch innovative Bauwerksformen entwickelt werden.

 

Wiederum ist dank dem grossen Einsatz kompetenter Autorinnen und Autoren ein spannendes und lehrreiches Heft entstanden. Es beleuchtet ein immer wichtiger werdendes Themenfeld aus verschiedenen Blickwinkeln und stärkt unsere persönliche Fachkompetenz als Wasserbaufachleute.

 

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame und inspirierende Lektüre.

Robert Bänziger