Ausgabe Nr. 2 / 2018


Lebendige Gewässer mit Totholz

 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Auch wenn der Begriff anderes erwarten lässt: Wohl kaum ein Material ist lebendiger als Totholz. Als einer der wertvollsten und artenreichsten Lebensräume im Wasser und an Land ist er jedoch leider sehr selten geworden. Wesentliche Gründe hierfür sind oft falsch verstandener Ordnungssinn, überschätzte Gefahren und nicht zuletzt Vorurteile.

Erfreulicherweise hat in den letzten Jahren ein Umdenken eingesetzt. Die Vorzüge von Totholz grade als Baumaterial in Fliessgewässern werden vermehrt erkannt und genutzt, Unsicherheiten im Umgang mit diesem Material konnten verringert werden. Dafür sprechen die positive Wirkung dieses Baustoffs auf den Gewässerlebensraum und die vergleichsweise geringen Kosten. Ausserdem wird das Totholz meist am Einbauort gewonnen, verursacht somit kaum Transporte und verfügt daher über eine gute Umweltbilanz. Nicht zuletzt wird der enthaltene Kohlenstoff bei Einbau unter Wasser über Jahrzehnte gebunden oder über Wasser zu Teilen als Humus im Boden gespeichert, was zusätzlich zur positiven Klimabilanz beiträgt.

Die Beiträge des vorliegenden Hefts geben einen umfassenden Überblick zum Thema und zu aktuellen Projekten. Nach dem einleitenden Beitrag zu Totholz und alten Bäumen verlagert sich der Fokus auf die Anwendungsmöglichkeiten in Fliessgewässern. Die Autoren erläutern die ökologische, aber auch die morphodynamische Wirkung, die Verwendung in der Ingenieurbiologie sowie Einbaumöglichkeiten bei verschiedenen Gewässertypen. Und sie zeigen auf, dass die Aussage "Viel hilft viel!" beim Thema Totholz tatsächlich zutrifft.

 

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

 

Matthias Mende